Wie entspannst du dich?
Wenn meine Kinder ein selbstgestricktes oder gehäkeltes Kleidungsstück, eine Mütze o. ä. tragen, werden wir oft draußen von Leuten angesprochen: „Ach, das ist aber schön. Da war aber jemand fleißig. Hat die Oma das etwa für dich gestrickt?“ So oder so ähnlich lauten die Sätze dann immer. Und meine Antwort fällt dann in der Regel in etwa so aus: „Danke. Ich habe das gestrickt. Ich stricke die Omas in unserer Familie in Grund und Boden.“ (Je nach Alter antworten die Kinder natürlich auch selber und sagen „Nein, das hat meine Mama gemacht!“). Dieser Satz führt meist zu Erstaunen und oft folgt dann ein „Ooh!“ oder so ähnlich von der anderen Seite. Vielleicht kommt das Erstaunen auch aufgrund meiner ehrlichen und selbstbewussten Aussage, dass ich besser stricke als die ältere Generation. Aber so ist es nunmal. Machen wir uns nichts vor.
Stricken und Häkeln ist nicht mehr eine Generationenfrage
In früheren Zeiten war es sicher üblich, dass die Mädchen in der Schule oder zuhause häkeln, stricken, nähen etc. lernten. Das war aber wirklich vor langer Zeit. Die meisten Großeltern, die ich kenne, sind zwischen 60 und 80 Jahren alt und gehören nur noch sehr vereinzelt dieser Generation an. Und selbst wenn darunter Frauen sind, die diese Handarbeiten beherrschen, weil sie sie erlernen mussten, so bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch Freude daran haben und dem freiwillig nachgehen. Das ist bei mir anders.
Stricken und Häkeln ist bei jüngeren Leuten immer mehr im Trend
Ich habe große Freude am Häkeln und Stricken. Ich mache das schon seit vielen Jahren. Zugegebenermaßen; da ich auf einer Waldorfschule war, habe ich es auch in der Schule gelernt. Glücklicherweise hat mir das von Anfang an sehr viel Freude bereitet und so ist es ab meiner Jugend immer mehr zu meinem Hobby in der Freizeit geworden. Das Erschaffen schöner Dinge mit den eigenen Händen bereitet mir unglaublich viel Freude. Und die Tatsache, dass ich mich entspannt hinsetzen kann, dies tun kann und dabei sogar noch etwas hören oder schauen kann, finde ich super. Sogar im Alltag mit den Kindern lässt es sich bei unkomplizierten Arbeiten bisweilen miteinander vereinen, denn die Hände sind zwar beschäftigt, aber man kann trotzdem gucken, zuhören und kommunizieren. So kann ich mich prima entspannen!
In Zeiten von einfach DIY Tutorials, Videoblogs etc. und aufgrund der Tatsache, dass selbstgemachte Strick- und Häkelmode wieder in ist, erfreut sich Stricken und Häkeln bei jungen Menschen immer größerer Beliebtheit. Es ist ein bisschen wie eine Art neumodischer Trend geworden. Vielleicht kommt es einem aber auch nur so vor, weil in unseren Köpfen nach wie vor das Bild vorherrscht, dass das ja eigentlich kein Hobby von Jüngeren ist.
Ich finde, diese Ansicht ist absolut antiquiert und wir sollten den Glaubenssatz, dass Stricken und Häkeln ein typisches Granny-Hobby sind, schnell über Bord werfen und uns stattdessen freuen, dass so viele junge Menschen dieses Hobby für sich entdecken. Schließlich sind feinmotorische Tätigkeiten und die Koordination beider Hände auch immer gut für die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften und die Gehirnentwicklung. Und gleichzeitig ist es einfach soooo entspannend…!
Also, worauf wartest du noch? Ich würde sagen: an die Nadeln, fertig, los!
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