Es ist Abend, 21 Uhr. Endlich sind die Kinder im Bett. Ich liebe meine Kinder über alles und trotzdem sehne ich abends diesen Moment herbei, wenn endlich alle schlafen, denn das ist die einzige Zeit des Tages, die nur mir gehört. Manchmal gehört sie auch uns als Paar. Das ist allerdings aufgrund der beruflichen Tätigkeit meines Partners nicht so oft der Fall.
Me-Time
Ich glaube, bevor ich Kinder bekommen habe, kannte ich den Begriff „Me-Time“ nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass ich noch deutlich jünger war, noch studierte. Ich vermute aber eher, dass der Begriff in meinem Leben nicht auftauchte, weil er keine Relevanz für mich hatte. Denn eigentlich hatte ich immer Me-Time. Klar, es gab Termine, Vorlesungen und meinen Nebenjob, aber abgesehen davon konnte ich eigentlich ganz allein bestimmen, was ich mit meiner Zeit anfangen wollte. Es gab keinerlei Verpflichtungen. Ich konnte am Wochenende morgens im Bett liegen bleiben, wenn mir danach zumute war und ich konnte mich weniger mit meinem FreundInnen treffen, wenn mir nicht danach war. Alles irgendwie sehr unkompliziert. Und rückblickend frage ich mich oft, was ich eigentlich mit meiner ganzen Zeit gemacht hab. Ich muss doch unglaublich viel Zeit gehabt haben, Möglichkeiten meinen Hobbies und Interessen nachzugehen. Im Vergleich zu meiner aktuellen Lebensphase mit 3 kleinen Kindern erscheint mir das ziemlich weit weg und ziemlich absurd
Jede Lebensphase ist ganz besonders und einzigartig
Ja, ich wollte diese Kinder und bin überaus dankbar, sie in meinem Leben zu haben. Sie bereichern mein Leben ungemein. Und auch wenn ich vor einigen Jahren deutlich selbstbestimmter war, so möchte ich mein aktuelles Leben nicht gegen mein damaliges tauschen. Während meines Studiums war mein Leben von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung geprägt. Heute dominieren feste Strukturen, Verpflichtungen und Verantwortung unseren Alltag. Doch das ist in Ordnung so. Ich habe meine Jugend gelebt. Ich habe in meinem Rucksack des Lebens viele schöne Erinnerungen an die Zeit. Und aktuell fülle ich diesen Rucksack mit weiteren tollen Erlebnissen und Erinnerungen auf. Und vielleicht kann ich die aktuelle Lebensphase auch trotz ihrer Anstrengung und Fremdbestimmung genießen, da ich weiß, dass es nicht für immer so sein wird. Die Lebensreise wird weitergehen und auch die nächste Lebensphase, wenn die Kinder älter sind, wird mit spannenden Erfahrungen und Erlebnissen auf uns warten. Und dann kann ich auf die jetzige Lebensphase zurückblicken und stolz und glücklich über das sein, was wir erlebt und gemeistert haben. Bis dahin müssen manche Projekte noch ein bisschen warten, weil die Me-Time dafür fehlt. Aber ich weiß, die Zeit dafür wird kommen. Bis dahin bleiben mir dafür nur die Stunden des Abends, wenn die Kinder schlafen…
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