Welche Fernsehsendungen hast du als Kind gesehen?
Es war der Klassiker zu Studienzeiten: alle erzählen von früher und in dem Zuge kommen meine FreundInnen auch auf Disney-Filme zu sprechen. Direkt geht unter den Anwesenden die Diskussion los, welcher Film davon denn nun der beste sei. Sie kennen sie alle und haben sie teilweise schon sehr oft gesehen. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass die Überraschung wahnsinnig groß ist, als ich sage, dass ich noch nie einen Disney-Film gesehen habe.
Ich erinnere mich bis heute an die bestürzten Gesichter auf diese Aussage hin. Wobei das verständnisvolle Kopfnicken eigentlich stets folgte, sobald ich erklärend dazu sagte: „Ich war ja auf der Waldorfschule“.
Ja, ich war auf der Waldorfschule und wir hatten über viele Jahre gar keinen Fernseher zuhause. Ich würde nicht sagen, dass mir dadurch etwas gefehlt hat. Aber klar, als der Fernseher später auch bei uns eingezogen war, habe ich ihn mit Freude in mein Leben integriert. Eine der ersten Serien die wir dann sehen durften waren „Die Pfefferkörner“, daran erinnere ich mich noch gut. Ich glaube, es war auch die einzige Serie, die wir regelmäßig geschaut haben. Die sonntägliche Sendung mit der Maus oder andere allabendliche Sendungen gab es bei uns nämlich eigentlich nicht regelmäßig.
Woran ich mich aber auch noch erinnere ist, dass wir zwischen den Feiertagen in den Weihnachtsferien den einen oder anderen Film schauen durften. Das war stets ein großes Highlight. Und weil meine Mutter aus ihrer Kindheit noch „Immenhof“ so gern mochte, durften wir auch die Filme davon schauen, was meine Schwestern und ich total toll fanden.
Ich würde behaupten, dass mir nichts gefehlt hat als Kind. Die wohldosierten Medienangebote, die es für uns gab, haben wir genossen und sie waren bestimmt gerade deshalb so toll, weil sie etwas besonderes waren.
Heutzutage, wo bei meinen Kindern ein immer größeres Interesse an Medien entsteht, setze ich mich nochmal mehr mit meiner eigenen Biographie auseinander und hinterfrage, was ich gut fand und was ich möglicherweise anders besser gefunden hätte und auch selber bei meinen Kindern anders machen will. Was den Medienkonsum anbelangt, sind mein Mann und ich uns einig: auch bei unserem Kindern soll er wohldosiert sein, denn die eigenen Fantasie soll erhalten bleiben und sich frei entwickeln dürfen. Hinzu kommt die Sorge, dass die Kinder von heutzutage ohnehin schon so viel Medienkonsum auf verschiedenen Ebenen haben, dass man schauen muss, dass es nicht unnötig viel wird. Und gleichzeitig soll es natürlich so sein, dass die Kinder in ihrer sicheren Umgebung die Möglichkeit haben, einen sinnvollen und maßvollen Umgang damit zu lernen. Ich bin gespannt, wie sich dieser Weg in den nächsten Jahren bei uns entwickelt, denn: je älter die Kinder werden, umso größer ist sicher auch die Rolle, die das soziale Umfeld dabei spielt…
Wie ist das bei dir? Hast du als Kind viel Fernsehen schauen dürfen? Und falls du Kinder hast: wie handhabst du das mit ihnen heutzutage?
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